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Microsoft und die Musik- und Filmindustrie erobern mithilfe der Politik die österreichischen Schulen. Die im September 2005 gestartete Initiative des BMBWK „Ideen sind etwas wert“ bringt die Propaganda der Musik- und Filmindustrie in die Klassen.
Schon seit 2003 läuft für die Austattung der Schulen ein Vertrag mit Microsoft und dem Bundesministerium. Schon früh sollen die KundInnen merken, wo es lang geht.
Von objektiver Information für SchülerInnen kann bei dem
Unterrichtspaket „Ideen sind etwas wert“ nicht die Rede sein.
Vermittelt wird darin nur die Sichtweise der Musik- und Filmindustrie.
Frei nach dem Motto: „Je mehr, desto besser“ wird darin anhand der
Gefahren des File Sharings und Online-Tauschbörsen die Wichtigkeit von
geistigem Eigentum und Copyright dargelegt. Christina Stürmer wird zitiert mit
„Illegaler Download ist Diebstahl“. Dass sich zum Beispiel Robby
Williams, Franz Ferdinand und Chuck D. Positiv gegenüber Tauschbörsen
geäußert haben wird nicht erwähnt. Von Open Content Musik und Creative
Commons - Lizenzen, die viele MusikerInnen verwenden, um ihre Musik
frei verfügbar anzubieten – ist nicht einmal die Rede.
Unterricht in Microsoft
Immer wieder versuchen Konzerne, in den Schulen Fuß zu fassen.
Ex-Ministerin Gehrer machte es ihnen ganz einfach. 2003 hat das
Bildungsministerium einen Generalnutzungsvertrag mit Microsoft
präsentiert. Die rund 50.000 PCs im Besitz der Bundesschulen mitsamt
den dazugehörigen Servern und die Privat-PCs der LehrerInnen werden mit
der kompletten Microsoft Produktpalette (Windows, Office, ...)
ausgestattet. Keineswegs selbstlos von Microsoft – der Konzern erhält
dafür jährlich 2,5 Millionen Euro und jährlich SchulabsolventInnen, die
Microsoft kennen und benützen gelernt haben.
Vielfalt statt Einfalt!
Auf den ersten Blick mag es sinnvoll erscheinen, dass SchülerInnen die
gängigste Software verwenden, auf den zweiten Blick zeigen sich aber
eine Menge Nachteile: SchülerInnen erlernen nicht den Umgang mit einer
Technologie, sondern nur den mit einem Software-Produkt. Dieses
beschert dem Unternehmen Microsoft jährlich einen Umsatz von rund 45.000 Milliarden Dollar. Wie es anders gehen kann,
zeigt das Beispiel Schleswig-Holstein, wo das Landesbildungsamt mit
kmLinux eine für den Bildungsbereich adaptierte Linux-Distribution
entwickelte. Die erste Auflage (5.000 CDs) war binnen Wochen
vergriffen.
Für mehr Vielfalt in schulischen Software-Landschaften zu sorgen und
möglichst vielen LehrerInnen und SchülerInnen die Chancen Freier
Software zu eröffnen wäre die eigentliche Aufgabe der Politik.
Öffentliche Schulen haben einen Bildungsauftrag der Vielfalt vor
Einfalt reihen sollte. Nicht kommerzieller Nutzen darf Maßstab für
Unterrichtsinhalte sein, sondern Unabhängigkeit.
Webtipps:
http://www.freienetze.at
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