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WAS IST "FREIE SOFTWARE"? Drucken

tux-t-shirt.pngFreie Software bezeichnet Programme, die uneingeschränkt benutzt, weitergegeben kopiert, verändert und verbessert werden dürfen. Während Microsoft auf den Kauf von Microsoft Office drängt, kann die freie Softwareform beispielsweise Open Office frei im Internet heruntergeladen werden.

Gemeinsam erarbeiten BenützerInnen dieser Programme an der Weiterentwicklung der Programme wie Open Office um einen fehlerfreien Ablauf des Programmes zu gewährleisten. Bei Microsoft Programmen ist dies schwer möglich. Freie Software stützt sich auf vier verschiedene Arten von Freiheiten.

Freiheit 0 - Ausführen zu jedem Zweck

Freiheit 0 bedeutet uneingeschränkte Nutzung des Programms, es für beliebige Zwecke, zu beliebigen Zeiten und beliebig oft zu verwenden. Sie ist notwendig um überhaupt Kontrolle über den eigenen Computer zu haben.

Freiheit 1 - Studieren und Verändern

Doch das bedeutet leider noch nicht vollständige Kontrolle über den eigenen Computer zu haben. Denn ohne Zugang zum Quellcode des Programms (Freiheit 1) muss der/die NutzerIn blindes Vertrauen in den/die ProgrammerIn setzen. Viele ProgrammerInnen verdienen dieses blinde Vertrauen jedoch nicht, viele Programme enthalten Spionagesoftware, andere bösartige Features oder Sicherheitslücken, manche auch alles auf einmal.

Freiheit 2 - Verbreiten

Die nächste Freiheit (Freiheit 2) gestattet es den NutzerInnen das Programm weiterzugeben, sowohl in binärer (als ausführbares Programm) als auch in textueller Form (Quellcode des Programms). Dies verhindert ein bekanntes moralisches Dilemma: EinE FreundIn bittet dich um eine Kopie eines Programmes. Nun stehst du vor zwei Entscheidungsmöglichkeiten, einerseits die Lizenzbestimmungen des Programmes zu verletzten und es an deineN FreundIn weiterzugeben oder andererseits deinem/deiner FreundIn die Kopie zu verwähren. Selbstverständlich wählst du das geringere Übel und überlässt deinem/deiner FreundIn eine Kopie. Doch nur weil es das geringere Übel ist, ist es noch lange nicht gut. Dank dieser Freiheit kannst du dieses moralische Dilemma getrost vergessen.

Freiheit 3 - Verbessern und Verbreiten

Die letzte essentielle Freiheit (Freiheit 3) erlaubt die Weitergabe von modifizierten Programmversionen. Diese Forderung ist eine Verbindung von Freiheit 1 und Freiheit 2 und ist deshalb so wichtig, da unmöglich jedem/jeder NutzerIn zugemutet werden kann, alle Änderungen selbst vorzunehmen. Somit können auch Nicht-ProgrammerInnen von den Verbesserungen profitieren, außerdem ermöglicht dies erst die Zusammenarbeit als Gemeinschaft an einen Programm.

Das Copyleft-Prinzip - eigentlich eine geschickte Ausnutzung des Copyrights - stellt sicher, dass modifizierte Varianten diese Freiheiten nicht beschränken. Im Klartext bedeutet dies, das veränderte Versionen wiederum unter der gleichen freien Lizenz stehen müssen. Nicht-freie Software wird auch proprietäre Software genannt.

Im Anfang war alles frei

In der Anfängen des Computerzeitalters war alle Software frei. So gab es auch den Terminus "Freie Software" noch nicht, sondern sie wurde einfach nur "Software" genannt. Doch gegen Ende der 70er Jahre begann die Entkopplung von Software und Hardware,

Richard_Matthew_Stallman.png - Quelle: http://de.wikipedia.org/

Software wurde von nun an getrennt von Hardware vertrieben.
Richard Stallman arbeitete zu dieser Zeit am MIT (Massachusetts Institute of Technology), sah sich jedoch in seiner Arbeit und seinen Forschungen immer mehr behindert durch die steigenden Beschränkungen auf Software. Dies veranlasste ihn schließlich zu kündigen und seine Visionen von freier Software in die Tat umzusetzen.
Er gründete das GNU-Projekt (eine rekursive Abkürzung für "GNU is not Unix" - "GNU ist nicht Unix") mit dem Ziel ein freies Betriebssystem mit freier AnwenderInnen-Software zu entwickeln. Seit über 15 Jahren bildet GNU gemeinsam mit dem Linuxkernel das GNU/Linux-Betriebssystem, ein von Grund auf freies Betriebssystem, das jeder Mensch frei weitergeben und weiterentwickeln kann. Die Öffentlichung des Buchs "Die Kathedrale und der Basar" von Eric Raymond veranlasste 1997 die Firma Netscape den Quellcode ihres Browsers "Netscape Navigator" zu veröffentlichen. Daraus wurde später der "Mozilla Firefox".

Das Internet so wie wir es kennen wäre ohne freie Software undenkbar: etwa 70% aller Webserver laufen mit der freien Software Apache, jedeR Dritte benutzt den freien Browser Firefox, nahezu 70% aller Mailserver verwenden freie Software. Somit hat jedeR NutzerIn des Internets schon oft freie Software verwendet, wahrscheinlich ohne es zu bemerken.